Wie kann Frieden wachsen? Manchmal beginnt er mit einem gemeinsamen Gebet, offenen Gesprächen und dem ehrlichen Interesse am Glauben des anderen. Genau das war bei einem multireligiösen Friedensgebet in Roth spürbar.
Was verbindet Menschen unterschiedlicher Religionen und christlicher Traditionen? Der Wunsch nach Frieden ist eine Antwort darauf. Beim multireligiösen Friedensgebet im Schloss Ratibor in Roth wurde deutlich, wie bereichernd respektvolle Begegnungen und gemeinsames Beten sein können.
In einer ruhigen und wertschätzenden Atmosphäre kamen Besucherinnen und Besucher zusammen, um gemeinsam innezuhalten und für Frieden zu beten. Die Veranstaltung machte deutlich: Trotz unterschiedlicher religiöser Prägungen gibt es gemeinsame Werte, die Menschen miteinander verbinden.
Nach einer musikalischen Einführung durch die neuapostolische Gemeinde gestalteten die Geistlichen der beteiligten Gemeinden das Programm mit kurzen Lesungen aus ihren heiligen Schriften. Anschließend folgten Friedensgebete, die jeweils in der Tradition der eigenen Glaubensgemeinschaft gesprochen wurden.
Die islamischen Gebete wurden in arabischer Sprache vorgetragen und anschließend ins Deutsche übersetzt. Dadurch konnten alle Anwesenden die Inhalte nachvollziehen und die Gedanken des Friedens und der Verständigung gemeinsam teilen.
Für die musikalische Umrahmung sorgten Heiko Kist am Klavier und Rike Markmann an der Querflöte. Mit Werken von Bach und weiteren Komponisten verliehen sie der Veranstaltung einen würdigen und stimmungsvollen Rahmen.
Die Kombination aus Musik, Lesungen und Gebeten schuf eine stille, konzentrierte und nachdenkliche Atmosphäre. Viele der rund 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer äußerten sich im Anschluss anerkennend und dankbar über das Erlebte.
Besonders erfreulich war die Gemeinschaft, die nach dem offiziellen Teil spürbar wurde. In persönlichen Gesprächen kamen Menschen verschiedener Gemeinden und Religionen miteinander ins Gespräch. Dabei entstanden Begegnungen, die über Gemeinde- und Religionsgrenzen hinaus reichten und das gegenseitige Verständnis förderten.
Eingeladen hatte die Initiative „Roth ist bunt“ im Rahmen der Ausstellung „Kirchen der Welt“ im Schloss Ratibor. Beteiligt waren die evangelische Gemeinde, die katholische Gemeinde, die neuapostolische Gemeinde Roth/Schwabach sowie die islamische Gemeinde.
Das Friedensgebet erwies sich als eine gelungene Veranstaltung in einem passenden Umfeld. Es zeigte, wie Dialog, gegenseitiger Respekt und gemeinsames Beten dazu beitragen können, Brücken zwischen Menschen zu bauen und den Frieden in den Mittelpunkt zu stellen.
Text und Bilder: R. Lammel