Gemeinde Roth/Schwabach richtet ökumenisches Friedensgebet am 07.11.2025 in Schwabach-Unterreichenbach aus
Am 07.11.2025 hat die Gemeinde Roth/Schwabach das monatliche Friedensgebet in der evang.-luth. Wehrkirche in Schwabach-Unterreichenbach ausgerichtet.
Ökumenische verbunden im Gebet
Die ACK-Gemeinden und der ökumenische Kreis, der die Friedensgebete organisiert, haben zu diesem Gebet eingeladen. 55 Besucher, darunter zwei Pfarrerinnen haben das Friedensgebet bei Gesang, Fürbitten für die leidenden Menschen auf dieser Erde und dem gemeinsamen Friedensgebet von Franz v. Assissi erlebt. Viele positive Stimmen haben bestätigt, dass in der Kirche eine dichte Atmosphäre der Andacht, Stille und Nachdenklichkeit zu verspüren war.
Vielfältige Musik begleitete die Andacht
Die musikalische Umrahmung gestalteten der Bezirks-Männerchor 2.0 der Neuapostolischen Kirche Bezirk Nürnberg unter der Leitung von Priester Ronald Brehm, unsere Schwester Markmann mit Querflöte und Schwester Lindner auf der historischen Orgel (erbaut 1845) der Kirche. Die musikalische Gestaltung berührte die Menschen in besonderer Weise. Nicht zuletzt hatte der Text unseres Priesters Gerald Kopp zum Nachdenken und Reflektieren eingeladen.
Geistliche Impulse des Friedensgebetes
„Es ist Zeit, Gutes zu tun“ - das ist die Losung für das Jahr 2025 der Neuapostolischen Kirche. Dieser Impuls hat viele Gottesdienste geprägt und das Gute wurde von den unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und in unsere Herzen getragen.
Das Lukasevangelium berichtet uns, dass nachdem Jesus seine Jünger gelehrt hatte, es auch für sie an der Zeit war, Gutes zu tun. Er sendet sie aus, seine Lehre, die frohe, die gute Botschaft, das Evangelium zu den Menschen zu bringen. Und er gibt ihnen eine ganz praktische, konkrete Anleitung mit, wie sie den ersten Schritt machen sollen. Wir lesen dort:»Wenn ihr in ein Haus kommt, sprecht zuerst: Friede sei mit diesem Haus! Und wenn dort ein Kind des Friedens ist, so wird euer Friede auf ihm ruhen, wenn aber nicht, so wird sich euer Friede wieder zu euch wenden« (Lk 10,5–6).
Dass Jesus seine Jünger auffordert, ZUERST den Frieden zu bringen, zeigt, dass dieser göttliche Friede Voraussetzung ist, dass das Gute die Menschen erreichen kann.
Würden wir diese Worte nur als einen Wunsch sehen - „Friede sei mit diesem Haus“ - ist dieser Wunsch einfach auszusprechen. Wir wünschen uns, dass kein Streit, sondern ein harmonisches Miteinander bei den Menschen unter diesem Dach ist. Es ist also das Bemühen um Frieden an die Mitmenschen gerichtet.
Betrachten wir diese Worte als ein Gebet, als eine Bitte an unseren Gott gerichtet, dann merken wir, dass dies nicht nur etwas mit dem Haus und seinen Bewohnern zu tun hat, sondern ganz viel mit uns selbst. Mit welchem Anliegen hast du dieses Haus betreten? Mit welcher inneren Haltung bist du gekommen? Geht wirklich Frieden von dir aus?
Nun ist Jesus auch ganz Realist. Er kennt die Menschen, ist mitten unter ihnen. Er weiß, dass nicht jeder Mensch zu diesem Frieden bereit ist. Aber er rät seinen Jüngern nicht, erst die Friedfertigkeit zu prüfen, sondern im ersten Schritt den Frieden von uns ausströmen zu lassen. Ohne Vorurteile, ohne Zögern. Und wenn die Menschen nicht bereit sind, dann kommt dieser Friede wieder zu uns zurück. Nichts geht verloren, nichts ist umsonst.
Mehr noch zeigt sich dies auch in den Worten, die Jesus in diesem Zusammenhang spricht: „Ich sende euch wie Lämmer unter die Wölfe“. Das Lamm als ein Bild des friedlichen Tieres, schwach wehrlos ohne scharfe Zähne und Krallen, ohne die Führung durch den Hirten in ständiger Gefahr. Und dann der Wolf, ein Bild des starken, gefährlichen, nicht auf Frieden, sondern auf die erfolgreiche Jagd ausgerichteten Tieres.
Es scheint nicht gerade erfolgversprechend, dass die Lämmer in die Häuser der Wölfe gehen, um Frieden zu bringen. Und doch sendet Jesus seine Nachfolger mit diesen Worten aus, und es bedarf ein Übermaß an Vertrauen, um dieser Sendung zu folgen. Denn wir SIND ja nicht per Biologie Lämmer oder Wölfe. Wir entscheiden uns in jeder Situation neu, welches Verhalten wir zeigen. Sind wir bereit, uns den Frieden etwas kosten zu lassen? Manchmal kostet uns der Frieden, dem anderen seine unerträglichen Sichtweisen zu lassen. Manchmal kostet der Frieden das eigene Gerechtigkeitsempfinden zurückzustecken, manchmal kostet der Frieden das zurückstecken des eigenen Willens. Manchmal ist der Frieden ein Angriff auf das eigene Ego. Es wird unruhig, es sagt uns, dass es so nicht geht, dass wir so nicht zu unserem Ziel kommen, dass es falsch wäre und überhaupt, wo kämen wir da hin.
Dass wir heute Abend uns hier versammelt haben, um gemeinsam für den Frieden zu beten, zeigt, dass wir keine Wölfe sein möchten, nicht auf die Macht von scharfen Zähnen und Krallen setzen, sondern auf die Hilfe unseres himmlischen Vaters vertrauen.
Möge Gott unsere Gebete erhören."