Am dritten Sonntag im Juni erlebte die Gemeinde Fürth einen festlichen Gottesdienst mit dem Apostel, bewegenden Momenten und einem Geschenk, das in die Zukunft weist.
Als Grundlage für diesen Gottesdienst diente ein Bibelwort aus Offenbarung 1, Vers 4:
"Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt."
Davor sang die Gemeinde das Lied „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren!"
Zu Beginn des Gottesdienstes hieß Apostel Arne Herrmann, Leiter des Kirchenbereichs Heilbronn /Nürnberg, die anwesende Festgemeinde herzlich willkommen.
100 Jahre Gemeindebestand, das ist ein Grund zur Freude und ein Anlass zur tiefen Dankbarkeit. Das einstimmende Lied des Chores „Du hast uns als Gemeinde in Deinen Dienst gestellt“ bezeichnete der Apostel als ein musikalisches Geburtstagsständchen, ein Lied, das auf eindrucksvolle Weise zum Ausdruck brachte, was die Gemeinde seit jeher verbindet: der gemeinsame Glaube und die Ausrichtung auf Jesus Christus.
Der Apostel erinnerte daran, dass Jesus Christus von Anfang an die Mitte der Gemeinde war und es bis heute ist. Das sei der rote Faden durch die vergangenen 100 Jahre. Diese innere Ausrichtung ist das Band, das alle Generationen miteinander verbindet.
Die Gnade des Herrn ist es, die trägt, früher, heute und auch in Zukunft. Diese Hoffnung fand auch im weiteren Liedvortrag ihren Ausdruck. Apostel Arne Herrmann bestärkte die Gemeinde darin, auf diese Zusage Gottes zu vertrauen, dass seine Gnade wirkt und bleibt, bis sein Werk vollendet ist.
100 Jahre Gemeindeleben sind das Ergebnis vieler Hände und Herzen. Männer und Frauen haben über Jahrzehnte hinweg gewirkt, aufgebaut, gebetet, gesungen, gelehrt, begleitet und getragen. Auch wenn sich vieles im Laufe der Zeit verändert hat, der Kern ist gleich geblieben: die Ausrichtung auf Christus.
„Gemeinschaft funktioniert nur gemeinsam“, betonte der Apostel. Ungeachtet aller Verschiedenheit verbindet der gemeinsame Glaube. Der Herr war in der Vergangenheit da – und wird es auch in Zukunft sein.
Nach dem Verlesen der Gemeindechronik nahm Apostel Arne Herrmann Bezug auf die darin enthaltenen Namen, überwiegend Männer, die in verschiedenen Funktionen genannt wurden. Doch er betonte nachdrücklich: Frauen haben in den vergangenen 100 Jahren unermesslich viel geleistet.
Sie waren – und sind – tragende Säulen der Gemeinde. In vielen stillen Diensten, in der Glaubensweitergabe im persönlichen Umfeld und im Engagement für das Gemeindeleben haben sie entscheidend dazu beigetragen, dass die Gemeinde wachsen und gedeihen konnte.
Ein Jubiläum ist auch ein Moment des Innehaltens. So erinnerte der Apostel daran, dass an einem solchen Tag auch etwas Wehmut aufkommen kann, für jene, die dieses Fest nicht mehr miterleben können. Doch die Hoffnung auf das Wiedersehen bleibt lebendig. „Die unsichtbare Gemeinde ist mit uns verbunden“, so der Apostel.
Die Vorbilder im Glauben, die vor uns gegangen sind, haben standhaft geglaubt, oft unter herausfordernden Bedingungen. Ihr Glaube und ihre Beständigkeit können uns heute Inspiration und Motivation sein. Auch wir sind aufgerufen, in Einheit zu beten, uns einzubringen, zu dienen und unseren Glauben mutig zu bekennen, denn Gott wirkt auch heute.
Der Chor gestaltete den Gottesdienst musikalisch in besonderer Weise mit. Nach der Predigt erklang das Lied „Ich will den Herrn loben allezeit“, begleitet vom Klavier, als musikalisches Zeugnis der Freude und Dankbarkeit.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls verabschiedet Apostel Arne Herrmann den langjährigen Priester Martin Jena nach 35 Jahren aktivem Dienstes in den wohlverdienten Ruhestand. In seiner seelsorgerischen und musikalischen Arbeit habe er segensreich gewirkt, stets von Herzen und mit großer Hingabe, so der Apostel. Auch nach seiner Ruhesetzung wird er der Gemeinde musikalisch erhalten bleiben. Ihm und seiner Ehefrau wurde Gottes Segen für den neuen Lebensabschnitt gewünscht.
Zu einem Geburtstag gehören Geschenke und so überbrachte Apostel Arne Herrmann der Gemeinde Fürth eine besondere Gabe: die Ordination von drei Diakoninnen.
Seit 2023 ist es in der Neuapostolischen Kirche möglich, dass auch Frauen geistliche Ämter empfangen. Die drei Glaubensschwestern hatten bereits im Vorfeld ihr „Ja“ zu diesem Auftrag gegeben und bekräftigten es nun feierlich vor Gott und der Gemeinde. Diese Ordination war ein bewegender Höhepunkt des Gottesdienstes, ein Zeichen für Aufbruch und Miteinander.
Der Gottesdienst wurde vom Chor musikalisch begleitet und bildete den würdigen Auftakt für das anschließende Gemeindefest, das mit viel Liebe, Planung und Engagement vorbereitet wurde.
Ein Jubiläum, das in Erinnerung bleiben wird, getragen von Dankbarkeit, Glauben und der Freude an der Gemeinschaft.
Bericht: Birgit Stebut
Fotos: Reinhold Bauer