Über zweckgebundene Spenden in Höhe von 6.000 Euro für „Second Stage“ beziehungsweise 4.240,06 Euro für die „Beratungsstelle bei häuslicher Gewalt und Stalking“ durften sich bereits in 2024 auch zwei Einrichtungen in Nürnberg freuen.
In Anschluss an den Gottesdienst vom 30. März 2025 überreichte der stellvertretende Vorsteher der Gemeinde Nürnberg-Mitte, Marian Zietlow, symbolisch nun noch entsprechende Präsentationsschecks an die Vertreterinnen der beiden Einrichtungen, Steffi Walter und Elisabeth Schwemmer.
Das Hilfswerk der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland „human aktiv“ (www.humanaktiv-nak.de) förderte im Jahr 2024 unter dem Jahresmotto „Förderung von Einrichtungen und Beratungsstellen für von Gewalt betroffene Frauen und Kinder" mit Spenden u.a. die wichtige Arbeit der Frauenhäuser.
Nach der Scheckübergabe berichteten die beiden Mitarbeiterinnen kurz über die Zielstellungen der beiden Einrichtungen und ihre wichtigen Aufgaben dort. Auch die Verwendung der Spendengelder wurden hierbei erläutert.
Historie
Die Mitter der 1970er Jahre beginnende Diskussion über Gewalt gegen Frauen lässt erste Frauenhäuser entstehen. So entsteht auch in Nürnberg im März 1977 ein erster Zusammenschluss zu einer Initiative für ein selbstverwaltetes Frauenhaus in Nürnberg. Daraus entsteht der im Dezember 1977 gegründete Verein Hilfe für Frauen in Not e.V. Der Nürnberger Stadtrat überträgt dem Verein die Trägerschaft und stellt erste finanzielle Mittel zur Verfügung
1980 können nach Renovierung die ersten Frauen und Kinder einziehen. In den folgenden Jahren expandiert die Einrichtung räumlich und auch inhaltlich: das Beratungsangebot wird ausgebaut
Anfang der 2000er Jahre werden nach einem vom Bayerischen Staatsministerium für Soziales bezuschussten Modellprojekts weitere Entwicklungen angestoßen: die Beratungsstelle bei häuslicher Gewalt und Stalking außerhalb des Frauenhauses wird eröffnet. Mit weiterer, finanzieller Unterstützung der Stadt Nürnberg und durch Zusammenschluss mit weiteren Beratungsstellen und der Polizei gelingt 2007 die pro-aktive Kontaktaufnahme zu Opfern häuslicher Gewalt
Seit 2015 fördert das Bayerische Staatsministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Integration die pro-aktive Beratung gewaltbetroffener Frauen. Der Verein Hilfe für Frauen in Not übernimmt die Trägerschaft der Interventionsstelle Nürnberg und geht eine Verwaltungseinheit mit den Interventionsstellen Erlangen und Fürth ein. Weiterentwicklung der psychosozialen Prozessbegleitung (Unterstützung in den verschiedenen Phasen eines Verfahrens wie Vernehmungen bei der Polizei, vor Gericht).
Die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt veranlasst den Freistaat Bayern zu einer Förderung von Second Stage Projekten. Diese bieten Frauenhausbewohnerinnen Unterstützung bei der Wohnungssuche und Übergangsphase nach dem Frauenhaus an. Damit soll eine Rückkehr in gewaltvolle Beziehungen aufgrund von Wohnungslosigkeit und Überforderung vermieden werden.
Elisabeth Schwemmer und Steffi Walter bedankten sich herzlich für die großzügigen Spenden. In Anschluss gab es im Rahmen eines Kirchencafe´s Raum für weiteren Austausch zwischen Gemeindemitgliedern und den beiden Mitarbeiterinnen.