Am Mittwoch, den 11. 12. 2024, versammelte sich eine große Gemeinde zum Gottesdienst in der Hersbrucker Kirche. Nahezu alle Plätze waren besetzt.
Der zuständige Bischof für den Bezirk Heilbronn-Nürnberg, Marco Metzger, war kurzfristig verhindert. Den Gottesdienst leitete im Auftrag des Bischofs der stellvertretende Bezirksvorsteher des Bezirks Nürnberg, Bezirksevangelist Jürgen Braun.
Der Predigt lag das Bibelwort aus Psalm 145, Vers 13 zugrunde:
„Dein Reich ist ein ewiges Reich, und deine Herrschaft währet für und für. Der HERR ist getreu in all seinen Worten und gnädig in allen seinen Werken.“
Der Bezirksevangelist bat Priester Simon Zebrowski aus der Gemeinde Nürnberg-Mitte an den Altar. Dieser verlas die Chronik der Gemeinde Hersbruck. Spätestens danach wusste auch der letzte Gottesdienstbesucher, dass dies ein besonderer Gottesdienst sein würde. Als der Bezirksevangelist wieder an den Altar trat, ging er noch mal kurz auf die Vorfahren und Gründer der Gemeinde Hersbruck ein. Er erinnerte an die Vorsteher, die dort tätig gewesen sind, an die ersten Gottesdienste, die die Gründungsmitglieder in Nürnberg besuchten, da es in Hersbruck noch keine Gemeinde gab. Er sprach von Blütezeiten der Gemeinde und ging auch auf die aktuelle Situation ein. Unter diesen Aspekten warf er die Frage bezugnehmend auf das vorgelesen Bibelwort, „der Herr ist getreu!“ auf: „Empfinden wir das tatsächlich an jedem Tag und in jeder Situation so? Zum Beispiel wenn die Heimatgemeinde geschlossen wird?“ Er gab den Rat sich an Situationen im Leben zu erinnern, wo das Empfinden, dass der Herr getreu ist, sehr deutlich war. Damit wachse das Vertrauen in Gottes Treue. Er versicherte, dass auch in der jetzigen Situation der Herr getreu sei. Er bat, sich mit Dankbarkeit an gute Erlebnisse in der Vergangenheit zu erinnern. Denn aus der Dankbarkeit erwachse auch Kraft und Freude, so seine Zusage. Er sprach davon, dass sich mit einem Gemeindewechsel nichts Grundlegendes für die Zukunft verändere. „Gottes Liebe regiert am Ziel des Glaubens!“ sicherte er zu. Er sprach davon, dass ein Jeder auch schon das gegenwärtige Reich Gottes mitgestalten könne. Der Heilige Geist gebe die Impulse dazu, das Richtige zu tun um sich auch in der neuen Gemeinde wohlfühlen zu können.
Co-Predigt
Priester Andreas Meder aus der Gemeinde Nürnberg-Mitte sprach von der Wehmut, die in einem letzten Gottesdienst aufkomme. Er beleuchtete die Gefühle, die wohl am letzten Gottesdienst bevor Jesus wiederkommt, sein werden. Er stellte die Frage, ob die Freude und die Erwartung auf dieses Ereignis noch präsent sind. Er erinnerte auch noch mal an die Arbeit der Seelsorger aus der Gemeinde Nürnberg-Mitte. Sie alle hätten sich immer in der Gemeinde Hersbruck sehr wohlgefühlt.
Abendmahlsfeier und Profanierung
Nach der gemeinsamen Feier des Heiligen Abendmahls entwidmete der Bezirksevangelist das Kirchengebäude. Er verband damit den großen Dank für alle Arbeit von Glaubensgeschwistern und Amtsträgern. Ein besonderer Dank galt auch den Seelsorgern und Geschwistern aus Nürnberg-Mitte durch deren Einsatz das Leben der Gemeinde, in den letzten vier Jahren, noch aufrechterhalten werden konnte. Ein weiterer Dank galt dem einzigen noch aktiven Amtsträger in der Gemeinde, der sich jahrelang vorbildlich für viele Belange in und um die Kirche eingesetzt habe. Der Gottesdienst wurde mit Gebet und Segen beendet.
Musikalisch sorgten Orgel, Gemeindegesang und ein Vokal-Ensemble für die passende Umrahmung. Den letzten Vortrag gestaltete, auf Bitte des Dirigenten und Organisten, die ganze Gemeinde. Aus vielen Kehlen gesungen erklang machtvoll: „Der Herr ist mein Licht…“ Anschließend gab es noch wehmütige Abschiede und Umarmungen. Die Geschwister aus Hersbruck werden, analog ihres Wohnortes, die Gottesdienste in den Nachbargemeinden in Altdorf, Amberg, Lauf und Nürnberg besuchen.
Text – Marita Münster
Fotos - Marita Münster und Renate Pfeiffer