Am Mittwoch vor Fronleichnam hielt Apostel Arne Herrmann in der Gemeinde Nürnberg-Ost einen „erweiterten Jugendgottesdienst“. Das bedeutet, dass die Gemeinden Nürnberg-Ost, Nürnberg-Südwest und Feucht zum Jugenddienst eingeladen waren.
Es war schnell klar, dass dieser Gottesdienst etwas anders ablaufen würde, als gewohnt. Die Jugendlichen haben etwas Besonderes vorbereitet.
Vor dem Gottesdienst wurde zunächst ein kleiner Film gezeigt, um an die Jugendfreizeit auf der Insel Borkum zu erinnern. Dann stellte sich der Jugendchor in einem Kreis im Kirchenschiff auf und sang das Lied „Meine Zeit steht in Deinen Händen“. Mit diesem Lied nahmen sie die Gemeinde buchstäblich in den Arm.
Anschließend sang die Gemeinde gemeinsam das Lied „Herr, mein Leben, es sei dein.“
Den Gottesdienst stellte der Apostel unter das Wort aus Epheser 5, Verse 15-16:
„So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise, und kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse.“
In einer Bibellesung hat ein Jugendlicher aus Prediger 3, die Verse 1-11 vorgetragen:
„Alles hat seine Zeit, ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit; weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit; Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit; suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit; zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit. Man mühe sich ab, wie man will, so hat man keinen Gewinn davon. Ich sah die Arbeit, die Gott den Menschen gegeben hat, dass sie sich damit plagen. Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.“
Der Apostel stellte die Frage, wie die Zeit genutzt werden kann, und appellierte daran, nicht einzuschlafen und sich auf die Wiederkunft Christi vorzubereiten. Er knüpfte auch an das Motto des Evangelischen Kirchentages an, der an diesem Tag in Nürnberg begonnen hatte: „Jetzt ist die Zeit“.
Bischof Jürgen Kramer aus der Gebietskirche Westdeutschland, berichtete in seinem Mitdienen von seinem Vater, der ihn während der Ausbildung morgens immer mitgenommen hatte und jedes Mal an die Zeit der Abfahrt erinnern musste. Auch unser himmlischer Vater erinnert uns daran, bereit zu sein. Der Bischof erzählte von einer Wattwanderung, bei der sich drei Männer bei aufkommender Flut im Watt verirrt hatten. Nur durch ständiges Innehalten und Horchen bei völliger Ruhe konnten sie das rettende Festland erreichen. Eines alleine hätte sie nicht gerettet, nur durch die Kombination aus hören und laufen zusammen war es möglich das rettende Ufer zu erreichen.
Bischof Marco Metzger ging in seinem Wortbeitrag auf den Eröffnungsgottesdienst des Evangelischen Kirchentages ein.
Zur Vorbereitung auf die Feier des Heiligen Abendmahls wurde gemeinsam mit dem Jugendchor und der Gemeinde „Come share the Lord gesungen“. Nach dem Gottesdienst lud die Jugend noch zu einem geselligen Beisammensein ein. Neben den drei Gemeinden waren noch einige Glaubensgeschwister aus anderen Gebietskirchen anwesend, die aufgrund der Ökumenearbeit anlässlich des Deutschen Evangelischen Kirchentages angereist waren.
Bericht: Nils Kickert
Fotos: Maik Heißer