Spuren wichtiger Gebäude aus mehreren Epochen waren bei der Ausstellung der Funde einer Grabung in der Karlstraße – dem Grundstück der neuapostolischen Kirche - zu finden und damit ein Stück Geschichte der Stadt. Ausgestellt waren die Funde aus archäologischen Arbeiten im Dienstleistungszentrum-Bau (DLZ) in Nürnberg.
Die neuapostolische Kirche wird an dieser Stelle ihre Kirche nach dem Abriss neu aufbauen. Bis 1,60 m Tiefe hatte die archäologische Fachfirma „Ex Terra“ aus Fürth das Areal untersucht. Hier stieß man auf die Reste eines Patrizierhauses aus dem Spätmittelalter. Im 14. Jahrhundert stand hier ein weitläufiger Gebäudekomplex mit Vorder- und Hinterhaus. Dieses Patrizierhaus war seinerzeit bereits luxuriös mit einer Bodenheizung ausgestattet. Reste eines Befeuerungsraumes waren noch vorhanden.
Anfangs Wirtshaus - später Hotel
Spätestens ab 1550 wurde der Bereich der heutigen Karlstraße 3 und das angrenzende südliche Areal als „Wirtsbehausung“ genutzt. Gäste konnten hier speisen und Reisende fanden eine Bleibe. In das frühere Leben geben archäologische Funde einen Einblick, wie beispielsweise Reste vom Wandputz, die zeigen, dass die Wände seinerzeit farbenfroh gestaltet waren.
1818 erhielt das Gasthaus mit einem neuen Besitzer auch einen neuen Namen „Zum Bayerischen Hof“. Hier logierten Gäste von Rang und Namen – wie Franz Liszt, Kaspar Hauser oder die russische Zarenfamilie. Auch war das Hotel ein beliebter Ort für Veranstaltungen und Diners. Aus dieser Epoche sind Porzellangeschirr oder Teile von Mineralwasserflaschen aus Steinzeug zu sehen. Gegen 1900 schloss der Bayerische Hof.
Nutzung durch Justizbehörden – im Krieg Luftschutzkeller
Justizbehörden nutzen in der Folgezeit den Bau. Im Zweiten Weltkrieg hatte man das Untergeschoss zu einem großen Luftschutzkeller mit Schleusen und Luftfiltern ausgebaut. Aus dieser Zeit wurde Kriegsschutt gefunden.
Nach dem Abschluss der Grabungen auf dem Areal können nun die Bauarbeiten weitergehen.
Quellen: NN, NZ 02.06.2023 – Funde aus der Karlstraße
und Ausstellung Dienstleistungszentrum-Bau
Text und Fotos: Edelgard Kawal