Ein besonderer Taufgottesdienst in der Gemeinde Roth/Schwabach verband Menschen über Länder- und Sprachgrenzen hinweg und wurde zu einem eindrucksvollen Zeugnis gelebter Gemeinschaft.
Am 10.05.2026 fand in der Gemeinde Roth/Schwabach ein etwas anderer Taufgottesdienst statt. Am Altar stand nicht ein Priester, sondern zwei. Zudem wurde der Gottesdienst per IPTV nach Alabama und Washington D.C. in den USA übertragen. Dort nahmen die Eltern und der Bruder des Vaters des kleinen Deion am Gottesdienst teil.
Aus diesem Grund wurde der gesamte Gottesdienst sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch gehalten. Dies stellte eine besondere Herausforderung dar, denn das Dolmetschen gehört nicht zum Standardrepertoire der Amtsträger.
Priester Roland Lindner hielt diesen Gottesdienst und diente mit dem Wort aus Philipper 3,13–14:
„Meine Brüder und Schwestern, ich schätze mich selbst nicht so ein, dass ich’s ergriffen habe. Eins aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.“
Nachdem Chor und Orchester den Gottesdienst mit dem Lied „Gottes grenzenlose Liebe“ musikalisch eröffnet hatten, begrüßte der Priester zunächst die Familie in den USA. Er dankte ihnen dafür, dass sie mitten in der Nacht aufgestanden waren, um am Gottesdienst teilzunehmen, und zog einen persönlichen Vergleich zu früheren Boxkämpfen von Muhammad Ali, für die er selbst früh aufgestanden war, um sie im Fernsehen verfolgen zu können.
Die Taufe wurde als besonderes Sakrament beschrieben, da sie zu einem besonderen Verhältnis mit Gott führt und den Weg zu Ihm öffnet. Wie sich das Leben des Apostels Paulus durch die Begegnung mit Jesus grundlegend veränderte, so weist Jesus auch heute den Weg. Mit Jesus zu gehen und Ihm nachzufolgen bedeutet, Gottes Nähe und Liebe zu erfahren – nicht nur in guten, sondern auch in schwierigen Zeiten. Gerade dann können Familie und Gemeinde zur Stütze werden, um den Weg zu Gott nicht zu verlieren.
Die Taufe wurde von einem Frauenquartett mit dem Lied „The Lord bless you“ („Der Herr segne dich“) stimmungsvoll eingeleitet. Zur Taufe hatte sich Deions Vater das Bibelwort aus 1. Samuel 3,10 ausgesucht:
„Da kam der Herr und trat herzu und rief wie vorher: Samuel, Samuel! Und Samuel sprach: Rede, denn dein Knecht hört.“
Nach dem Abendmahl und dem Schlussgebet wartete auf die Anwesenden noch eine besondere Überraschung. Deions Vater, selbst Sänger, trug das Lied „Wash, O God, Our Sons and Daughters“ („Wasche, o Gott, unsere Söhne und Töchter“) vor und sorgte damit für einen sehr berührenden Abschluss.
Noch während dieses Liedes erreichte Deions Mutter eine erste Nachricht aus den USA. Die Familie bedankte sich herzlich für die Aufnahme in die Gemeinde und für den gelungenen Taufgottesdienst. Sie fühlten sich willkommen und empfanden den Gottesdienst als sehr schön gestaltet.