Mit einer feierlichen Orgelvorstellung wurde die neue Orgel in der Kirche Nürnberg‑Mitte der Öffentlichkeit präsentiert. Rund 40 Gäste erlebten ein vielseitiges musikalisches Programm und bekamen zugleich spannende Einblicke in Instrument, Technik und Bedeutung der Kirchenmusik.
Am 16. April 2026 um 16 Uhr fand in der Kirche Nürnberg‑Mitte die bereits angekündigte Orgelvorstellung statt. Etwa 40 Anwesende lauschten aufmerksam dem musikalischen Geschehen. Den festlichen Auftakt gestaltete Organist Walter Marx mit dem Präludium C‑Dur (Allegro moderato maestoso) von Felix Mendelssohn Bartholdy.
Im Anschluss hieß Marian Zietlow die Gäste herzlich willkommen. Besonders begrüßte er Hans‑Georg Vleugels, Orgelbauer und Geschäftsführer der Orgelbaufirma Vleugels, sowie Dr. Jürgen Brandhorst, Orgelsachverständiger und Musikwissenschaftler der Neuapostolischen Kirche. Ebenso willkommen geheißen wurden Walter Marx als Organist der Gemeinde Nürnberg‑Mitte und Heiko Kist als Musikfachberater für Tasteninstrumente im Bezirk Nürnberg.
In seiner Ansprache brachte Marian Zietlow seine Dankbarkeit darüber zum Ausdruck, dass der Gemeinde nun zwei neue Tasteninstrumente zur Verfügung stehen. Die Orgel stehe für Größe, Feierlichkeit und Klangfülle, das Klavier für Intimität, Nähe und Empfindsamkeit. Gleichzeitig betonte er, dass Musik in der Kirche nicht im Mittelpunkt stehe, wohl aber „die schönste Nebensache der Welt“ sei. Mittelpunkt des christlichen Glaubens sei Jesus Christus – Musik könne jedoch auf wunderbare Weise auf ihn hinführen.
Walter Marx stellte sich und das Programm vor. Eine begleitende Präsentation zeigte zu jedem Stück die gewählte Registrierung und vermittelte den Zuhörern eindrucksvoll die Vielfalt der Klangfarben. Nach einer Choralimprovisation über „Ich bete an die Macht der Liebe“ von Gert van Hoef stellte sich Heiko Kist vor und interpretierte am Klavier das Largo (Siciliano) aus dem Concerto nach Antonio Vivaldi (BWV 596) von Johann Sebastian Bach.
Hans‑Georg Vleugels erläuterte anschließend Besonderheiten der neuen Orgel. Von der Auftragsvergabe bis zum Einbau vergingen 8½ Jahre. Das Instrument verfügt über 876 klingende Pfeifen sowie zwei Prospektpfeifen. Besonders beeindruckend war die Erklärung der mechanischen Spieltraktur, bei der Holzleisten von den Tasten bis zu fünf Meter weit zu den Pfeifen führen. Gemeinsam mit Heiko Kist wurden anschließend alle Register vorgestellt und angespielt.
Im weiteren Verlauf erklangen Werke von Gordon Young, Léon Boëllmann, Johann Sebastian Bach und Alexandre Guilmant. Zudem wurde die Rolle der Musik in der Neuapostolischen Kirche sowie in anderen christlichen Konfessionen erläutert.
In den Schlussworten hob Dr. Brandhorst die harmonische Gestaltung des Orgelprospekts hervor und äußerte den Wunsch, die Orgel künftig in die Nürnberger Orgellandschaft und Konzertreihen einzubinden. Mit einer Choralimprovisation von Klaas Jan Mulder beschloss Walter Marx die Vorstellung. Der langanhaltende Applaus und die durchweg positive Resonanz zeigten: Die neue Orgel ist ein Gewinn für Gemeinde und Stadt.