Die Gemeinde nahm den 90. Geburtstag zum Anlass einen dankbaren und freudigen Start in das neue Kirchenjahr zu begehen.
Am Vormittag kam der Bezirksvorsteher Ralf W. Münster um mit der Gemeinde den Gottesdienst zu feiern. Zu diesem Gottesdienst, in der festlich geschmückten Kirche, kamen auch ehemalige Schwandorfer Geschwister sowie Geistliche aus anderen christlichen Kirchen in Schwandorf.
Der Predigt lag das Bibelwort aus Jeremia 33, Verse 14 und 15 zugrunde:
"Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, dass ich das gnädige Wort erfüllen will, das ich zum Hause Israel und zum Hause Juda geredet habe. In jenen Tagen und zu jener Zeit will ich dem David einen gerechten Spross aufgehen lassen; der soll Recht und Gerechtigkeit schaffen im Lande."
Bereits vor dem Gottesdienst wurden die Besucher von einem Vokal-Duo mit Klavierbegleitung mit dem Vortrag „Adeste fideles“ festlich eingestimmt.
Der Bezirksvorsteher nahm in seiner Predigt Bezug auf den Begriff „gnädiges Wort“ in dem vorgelesenen Jeremia-Wort.
„Nur durch das Erscheinen von Jesu auf der Erde besteht die Möglichkeit Gerechtigkeit zu schaffen“, sagte er dazu. Jesus hat durch sein sündloses Leben die Wegbereitung für die Zukunft geschaffen. Er stellte die Frage: “Besteht Interesse daran die Zukunft mit Jesus und bei Gott zu erleben?“ „Wenn diese Frage mit Ja beantwortet wird, dann sollte die Advents- und Erwartungszeit richtig genutzt werden“, so seine Empfehlung. Zurzeit von Jesu Ankündigung seien es nicht viele Menschen gewesen, die auf ihn gewartet und gehofft hätten. Diese Gefahr bestehe auch in heutiger Zeit.
90 Jahre
Er bezog sich auf das Alter der Gemeinde Schwandorf und sprach davon, dass bereits vor 90 Jahren in dieser Kirchengemeinde von der Wiederkunft Jesu gepredigt worden sei und heute sei dieser Hinweis ebenso tagesaktuell. Gott entscheide alleine, wann er seinen Plan erfüllen werde.
Priester Alexander Klette
Nach einem passenden Vortrag der Chorgruppe „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ wurde Priester und Gemeindevorsteher Alexander Klette zur Co-Predigt gerufen. Er zog den Vergleich eines Adventskalenders mit dem Glaubensleben und sprach davon, dass man jeden Tag mit Gott eine neue Tür öffnen könne, wenn man die Verbindung mit ihm täglich suche.
Der Bezirksvorsteher nahm diesen Gedanken auf und sagte: „Gott hält an jedem Tag etwas für uns bereit! Immerwährend seine Nähe und die Sicherheit seiner Begleitung.“
Priester Dürholz
Nach dem Chorvortrag „Herr sei vor uns und leite uns“, wurde Priester Dirk Dürholz zu einem weiteren Predigtbeitrag gerufen. Er betrachtete die Gerechtigkeit Gottes und kam zu dem Fazit: „Gott ist gerecht, denn er hat seinen Sohn für das Heil der Menschheit gesandt.“
Nach der gemeinsamen Feier des Heiligen Abendmahls und dem Segen endete der Gottesdienst.
Feierstunde
Zur Feierstunde am Nachmittag trafen sich wieder Glaubensgeschwister, Gäste und Freunde, sowie die Pfarrer der Katholischen Kirche und der Mennonitischen Gemeinde in Schwandorf. Auch der Schwandorfer 2.Bürgermeister war der Einladung gefolgt.
Die Einleitung der Feierstunde erfolgte musikalisch mit dem Vortrag „Singt ein Lied von Gott“. Gemeindevorsteher Alexander Klette begrüßte alle Anwesenden und vor allem auch die Pfarrer Paul Warkentin, Andreas Schinko und Bürgermeister Andreas Wopperer. Er erinnerte an die Vorfahren, die für den Aufbau der Gemeinde sorgten und dankte den aktuellen Gemeindemitgliedern, die sich mit ihren Gaben stetig einbringen und auch mit vielen Vorbereitungsarbeiten die Feierstunde ermöglicht haben. Er vergaß aber auch den Dank an Gott nicht, der über 90 Jahre lang alles mit seinem Segen begleitet hat.
Gebet und Chronik
Bevor die Chronik per PowerPoint vom Gemeindevorsteher präsentiert wurde, sprach der Bezirksvorsteher ein Gebet.
Der Bezirksvorsteher Ralf W. Münster thematisierte in seinem Grußwort die vielfältige ehrenamtliche Arbeit in der Gemeinde. Er sprach davon, dass in heutiger Zeit Glauben und Kirche mehr denn je gebraucht werden. „Kirchen sind nicht nur Zweckbauten, sie sind Zufluchtsorte, Gemeinschaftspunkte und Mittelpunkte für die Menschen“, war er sich sicher. Mit dem Zitat der Verse 16 und 17 des 90. Psalms und dem Wunsch, dass Gott auch in Schwandorf seine Werke und seine Herrlichkeit weiter zeigen möge, beendet er das Grußwort.
Eine Bereicherung für die Schwandorfer Kirchenkultur
Diese Aussage kam von Paul Warkentin, Pastor der Mennoniten Gemeinde Schwandorf, bei seiner Begrüßungsrede. Er betonte die gute ökumenische Zusammenarbeit und bescheinigte der Gemeinde, dass sie keineswegs alt und gebrechlich geworden sei, wie es ja nun manchmal bei 90-jährigen oft der Fall sei.
Pfarrer Schinko von der Katholischen Kirchengemeinde „Herz-Jesu“ Schwandorf sprach von der Schwestern-Kirche und dem Verbindenden: “Es gibt einen Namen, den wir lieben und der verbindet: Jesus“, sagte er dazu.
Der 2. Bürgermeister Andreas Wopperer sagte in seinen Begrüßungsworten: “Religion ist die Vermittlung von Werten.“ Dies sei in der heutigen Zeit eine ganz besonders wichtige Aufgabe. Die Neuapostolische Kirche gehöre zur Stadt Schwandorf.
Nach dem offiziellen Teil lud die Kirchengemeinde noch zum gemütlichen Beisammensein und guten Gesprächen bei Häppchen und Getränken ein.
Text – Marita Münster
Fotos – Karl-Heinz Köper